H1 Dreiklänge Dur und Moll — Arbeitsheft
Der Inhalt dieser Lektion zum Selbermachen — mit Notenbildern zum Anhören und Ausprobieren.
Du kannst jederzeit vor- und zurückblättern. Alles, was du anklicken oder anhören kannst, ist als solches gekennzeichnet.
Worum es geht
Jetzt wird es richtig spannend. Das heutige Video öffnet dir die Tür, um deine liebsten Songs begleiten zu können. Ja, sogar Songwriting wird möglich!
Was wir heute erkunden werden, nennt sich Harmonik, das Zusammenspiel von mindestens drei Tönen. Unsere Reise beginnt mit dem Fundament der Harmonik, den Dreiklängen.
Was ein Akkord ist
Irgendwelche drei Töne zusammen zu spielen ist total einfach, dafür müsst ihr dieses Video nicht anschauen. Hier geht es nur um konsonante Klänge. Das sind Klänge, die für unsere Ohren harmonisch wirken oder anders gesagt wohlwollend klingen. In der Musiksprache nennt man sie Akkorde.
Die Terzschichtung — ein Turm aus zwei Terzen
Terzschichtung
Wenn wir drei Töne aufeinanderstapeln, entsteht eine Art Turm aus zwei Terzen, der einem Schneemann ähnelt. Diese Schneemann-Erscheinung nennt man Terzschichtung. Ein Stapel aus zwei Terzen ergibt einen Akkord mit drei Tönen, also einen Dreiklang.
Prägt euch den Begriff Terzschichtung gut ein, denn er wird uns immer wieder begegnen. Die Terzschichtung bildet die Ausgangslage, wenn wir kreativ mit Akkorden umgehen.
Dreiklänge bauen
Auch bei der Benennung der Dreiklangstöne denken wir vom Bass aus nach oben: Der Terzton liegt eine Terz, der Quintton eine Quinte über dem Grundton.
Von unten nach oben gelesen: Grundton, Terzton, Quintton. Welche zwei Terzen aufeinander stehen, entscheidet über den Typ.
Der Dur-Dreiklang
Die meisten Songs lassen sich mit zwei Dreiklangstypen begleiten, dem Dur- und dem Moll-Dreiklang.
Der Dur-Dreiklang besteht aus einer grossen und einer kleinen Terz. Auch hier denken wir immer von unten nach oben. Über dem Grundton steht in Dur also eine grosse Terz, gefolgt von einer kleinen Terz.
Wenden wir diesen Aufbau für den C-Dur-Dreiklang an: Die grosse Terz umfasst vier Halbtonschritte. Wir zählen vom Grundton C vier Halbtonschritte nach oben – eins, zwei, drei, vier. Der Terzton ist somit ein E. Es folgt die kleine Terz aus drei Halbtonschritten – eins, zwei, drei, das ist keine Hexerei. Der Quintton ist ein G.
C-Dur auf der Klaviatur
Vier Halbtonschritte von c zu e, drei von e zu g.
Dur ab verschiedenen Grundtönen
C-Dur, D-Dur und Eb-Dur — überall grosse plus kleine Terz.
Der Moll-Dreiklang
Im Gegensatz dazu beginnt der Moll-Dreiklang mit der kleinen Terz, darüber folgt die grosse Terz.
Für C-Moll bedeutet das: Über dem Grundton C folgt drei Halbtonschritte höher der Ton Es. Eine grosse Terz, also vier Halbtonschritte über dem Terzton, folgt der Quintton G. Auch der Moll-Dreiklang kann von jedem der zwölf Töne ausgehen.
C-Dur und C-Moll im Vergleich
Der Terzton entscheidet
Vergleicht man die beiden Dreiklangstypen, stellt man fest, dass sich nur der Terzton unterscheidet. Der Grundton und der Quintton bleiben gleich.
Der Terzton bestimmt also, ob es sich um Dur oder Moll handelt. Die grosse Terz wird deshalb oft als «Durterz» bezeichnet, während die kleine Terz als «Mollterz» bekannt ist. Bereits die beiden Terzen haben eine vergleichbare Hörwirkung wie der ganze Dreiklang.
Hart und weich
Der Begriff «Dur» stammt vom lateinischen «durus» ab und bedeutet «hart». Viele verbinden Dur mit positiven, fröhlichen und strahlenden Gefühlen.
Das lateinische Wort «mollis» bedeutet «weich». Moll wird oft mit Melancholie, Träumerei oder einem sanften, weichen Klang in Verbindung gebracht.
Wenn man aufeinanderfolgend Dur- und Molldreiklänge mit gleichem Grundton spielt, kann man die unterschiedliche Wirkung am besten hören. Dieser Wechsel wird in einigen Songs eingesetzt, um beispielsweise Gefühlsschwankungen oder emotionale Konflikte im Songtext musikalisch zu unterstützen.
C-Moll auf der Klaviatur
Drei Halbtonschritte von c zu es, vier von es zu g — genau umgekehrt zu Dur.
Die Akkordsymbole
Um nun die Harmonien eurer Lieblingssongs zu verstehen und euch selbst begleiten zu können, müsst ihr die Akkordsymbole für Dur und Moll kennen lernen.
Ein Akkordsymbol besteht aus zwei Informationen: dem Grundton und einem Symbol für den Dreiklangstyp. Der grosse Buchstabe gibt den Grundton des Dreiklangs an.
Bei Dur-Dreiklängen steht nur der Grundton im Akkordsymbol, ohne ein zusätzliches Symbol – bei C-Dur wird also nur ein grosses C notiert. Bei Moll-Dreiklängen wird der Grundton mit einem kleinen «m» ergänzt. Manchmal wird auch ein «–» als Symbol für Moll verwendet.
Die Akkordsymbole werden immer oberhalb der Notenzeile notiert.
Songs selbst begleiten
Wenn ihr nun im Web nach euren Lieblingssongs und «Chords» sucht, findet ihr die Lyrics, also die Songtexte mit den Akkordsymbolen, und könnt selbst die Songs begleiten. Die Akkordsymbole sind immer oberhalb des Songtextes an der Stelle notiert, an welcher der Akkord erklingt.
Für die meisten Songs können auch die Noten inklusive Akkordsymbole gekauft werden. Sucht dazu nach «sheet music».
Einige Akkordsymbole sind mit weiteren Symbolen ergänzt. Was diese bedeuten, erfahrt ihr in den nächsten Videos zur Harmonik.
Kurz nachgedacht
Welcher Ton entscheidet, ob ein Dreiklang Dur oder Moll ist?
Nur der Terzton unterscheidet sich. Grundton und Quintton bleiben gleich — deshalb heisst die grosse Terz auch «Durterz» und die kleine «Mollterz».
Das hast du gelernt
Das kann ich danach
- Ich kann in einem Dreiklang (Akkord) in Terzschichtung den Grundton, Terzton und Quintton beschriften.
- Ich kenne den Terzaufbau (Terzschichtung) von Dur- und Moll-Dreiklängen und kann Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Dreiklangstypen benennen.
- Ich kann den Dur- und Moll-Dreiklang über jedem Grundton in Terzschichtung in ca. 20 Sekunden analysieren und notieren.
- Ich kann Akkordsymbole (Dur und Moll) lesen und notieren.
- Ich kann Dur- und Molldreiklänge in Terzschichtung auf einem Instrument mit Klaviatur spielen.
Tippe die Ampel an: leer = noch nicht, halb = fast, voll = sicher.
Material
Text