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H5 Stufen in Dur

Textfassung dieser Lektion

Das Erklärvideo gehört zum Abo — hier findest du stattdessen den vollständigen Inhalt als Text, mit allen Notenbildern zum Anhören und Ausprobieren.

Nicht enthalten sind die Hörbeispiele und Songausschnitte aus dem Video. Für einzelne Stellen ist die Begleitung durch eine Lehrperson deshalb hilfreich.

H5 Stufen in Dur — Arbeitsheft — MUSIKTHEORIE, Grundlagen
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Arbeitsheft

H5 Stufen in Dur — Arbeitsheft

Der Inhalt dieser Lektion zum Selbermachen — mit Notenbildern zum Anhören und Ausprobieren.

~5 Min. 19 Karten 7 zum Ausprobieren 1 Quiz Grundlagen
Audio:

Du kannst jederzeit vor- und zurückblättern. Alles, was du anklicken oder anhören kannst, ist als solches gekennzeichnet.

Erklärung

Worum es geht

Stellt euch vor, eine Tonleiter ist wie eine grosse Familie, und auf jeder Stufe dieser Leiter steht ein Akkord – ein Dreiklang, um genau zu sein. Jeder dieser Akkorde hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Aufgabe im grossen Familienrat der Musik. Klingt nach einer Seifenoper? Keine Sorge, es wird viel harmonischer! Herzlich willkommen bei Meldo, wo wir heute die Stufenakkorde in Dur enthüllen! Wer schon immer mal wissen wollte, warum manche Akkordfolgen einfach so gut klingen, und in unzähligen Popsongs zu finden sind, der ist hier goldrichtig!

Heute tauchen wir tief ein in die Welt der Stufenakkorde in Dur. Das klingt vielleicht erstmal nach trockener Theorie, aber ich verspreche euch, das ist der Schlüssel, um zu verstehen, wie die meisten Songs aufgebaut sind, die ihr täglich hört!

Erklärung

Was sind Stufenakkorde?

Wenn wir auf jedem Ton einer Durtonleiter einen leitereigenen Dreiklang aufbauen, erhalten wir die sogenannten Stufendreiklänge. «Leitereigen» bedeutet einfach, dass wir für die Dreiklänge nur Töne verwenden, die auch in dieser Tonleiter vorkommen, also den Vorzeichen der Tonart entsprechen. Man nennt leitereigene Töne auch «diatonisch».

Die Stufenakkorde einer Tonart bezeichnen wir mit römischen Ziffern – von I bis VII.

Erklärung

Die Dreiklänge in C-Dur

Nehmen wir als Beispiel unsere gute alte C-Dur-Tonleiter: C, D, E, F, G, A, H und nochmals das C. Bauen wir auf jedem Ton der Tonleiter einen Dreiklang mit den Tönen aus C-Dur, entstehen folgende Akkorde:

Auf dem Grundton C entsteht ein C-Dur-Dreiklang C-E-G.
Auf dem D erklingt ein d-Moll-Dreiklang D-F-A.
Auf dem E steht ein e-Moll-Dreiklang E-G-H.
Auf dem F entsteht ein F-Dur-Dreiklang F-A-C.
Auf dem G ein G-Dur-Dreiklang G-H-D.
Auf dem A der a-Moll-Dreiklang A-C-E.
Und auf dem 7. Ton der einzige verminderte Dreiklang «H-vermindert» mit den Tönen H-D-F.

Der 8. Tonleiterton ist wieder der Grundton und entsprechend wieder C-Dur.

Notenbeispiel

Die sieben Stufendreiklänge in C-Dur

←
→
♩= 60
Erklärung

Ein Muster für alle Durtonarten

Wir nummerieren nun die entstandenen Stufendreiklänge mit römischen Ziffern, wobei die Stufe über dem 8. Tonleiterton ebenfalls als I. Stufe bezeichnet wird und fertig ist das harmonische System von C-Dur.

Das Coole daran ist: Dieses Schema – also welcher Dreiklangstyp (Dur, Moll oder vermindert) auf welcher der sieben Stufen steht – ist für ALLE Durtonarten gleich!

Auf der ersten, vierten und fünften Stufe haben wir immer einen Durdreiklang. Auf der zweiten, dritten und sechsten Stufe immer einen Molldreiklang. Und die siebte Stufe? Die ist immer ein verminderter Dreiklang.

Zum Ausprobieren

Die Stufen zum Ausprobieren

Tippe eine Stufe an.

Die Tonart lässt sich wechseln — die Töne ändern sich, das Muster aus Dur, Moll und vermindert bleibt in jeder Durtonart gleich.

Merke

Keine übermässigen Dreiklänge

Übermässige Dreiklänge kommen in Dur «von Natur aus vor» also nicht vor. Es gibt keine diatonische, übermässige Dreiklänge in Dur-Tonarten.

Eselsbrücke

Merke dir

Merkt euch gut, auf welcher Stufe welcher Dreiklangstyp vorkommt. Das ist super praktisch!

Zum Ausprobieren

Die drei Hauptstufen

Drei der sieben Stufen sind besonders wichtig – man nennt sie die Hauptstufen: die I., die IV. und die V. Stufe.

Die I. Stufe heisst Tonika. Sie ist der Ruhepol: Hier fühlt sich alles aufgelöst und zu Hause an. Fast jedes Stück endet auf der Tonika.

Die V. Stufe heisst Dominante. Sie erzeugt die grösste Spannung und will zurück zur Tonika. Dieser Zug ist das stärkste Gefälle der ganzen Harmonielehre.

Die IV. Stufe heisst Subdominante. Sie führt von der Tonika weg und öffnet den Raum – etwas Spannung, aber noch kein Drang zur Auflösung.

Die Kurve zeigt genau das: Spiel eine Kadenz ab und sieh zu, wie die Spannung steigt und wieder fällt. Und wechsle die Tonart – die Verhältnisse bleiben dieselben.

Die Kurve zeigt die Spannung: unten Ruhe, oben Zug zur Auflösung. Tippe die Stufen einzeln an oder spiele eine Kadenz.

Zum Ausprobieren

Alle sieben Stufen im Überblick

Aber was ist mit den anderen Stufen? Diese werden Nebenstufen genannt, und die sind keineswegs unwichtig! Mit den Nebenstufen lassen sich Hauptstufen ersetzen, ergänzen, variieren und bringen somit Abwechslung und Farbe in die Songs. An den Nebenstufen erkennst du, ob Songwriter harmonisch auf der Höhe sind.

Eine dieser Nebenstufen möchte ich dir heute noch genauer vorstellen. Die VI. Stufe. Sie ist häufig eine Stellvertreterin der Tonika. In C-Dur-Tonart kann die Tonika, also der C-Dur-Dreiklang, mit einem a-Moll-Dreiklang ersetzt werden. Zwei Töne der beiden Stufen, nämlich der Ton C und der Ton E kommen in beiden Akkorden vor. Dennoch haben sie eine ganz andere Wirkung. Mit a-Moll kannst du in eine melancholische Stimmung wechseln, während C-Dur in der gleichen strahlenden Atmosphäre bleiben würdest. So kannst du mit dem Wechsel zur VI. Stufe zum Beispiel eine traurige Wendung in den Lyrics harmonisch unterstützen.
Das Muster bleibt in jeder Durtonart gleich: Dur – Moll – Moll – Dur – Dur – Moll – vermindert. Wechsle die Tonart und vergleiche: Nur die Akkordnamen ändern sich.

Tippe eine Stufe an, um sie zu hören. Übermässige Dreiklänge kommen nicht vor — nur Dur, Moll und ein verminderter.

Notenbeispiel

C-Dur und a-Moll — zwei gemeinsame Töne

←
→
♩= 54
Merke

Parallele Tonarten

Bei aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörer hat es sofort geklingelt: C-Dur und a-Moll? Sind das nicht parallele Tonarten? Richtig! Die VI. Stufe in einer Dur-Tonart ist immer die parallele Molltonart! Yes, allmählich versteht ihr richtig viele Zusammenhänge hinter den Klängen!

In einem weiteren Modul erfährst du bald mehr zu den Nebenstufen.

Zum Ausprobieren

Akkordfolgen zum Anhören

Die Stufen zeigen dir die Struktur der Musik. Du verstehst, weshalb bestimmte Akkorde in einer Tonart häufiger vorkommen. Dir wird klar, mit welchen Dreiklängen du Melodien begleiten kannst. Du erkennst, wie du einen Song mit Nebenstufen noch spannender gestalten kannst. Und du wirst entdecken, dass viele Songs mit exakt der gleichen Abfolge von Stufen begleitet werden. Einige Akkordfolgen scheinen besonders beliebt zu sein.
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Wechsle die Tonart: Die Stufen bleiben, nur die Akkordnamen ändern sich. Genau darum denkt man in Stufen.

Tipp

Der «Four Chord Song»

Eines der häufigsten Muster wird auch «Four Chord Song» genannt. Es basiert auf der Abfolge der Stufen I – V – VI – IV. In C-Dur sind das C-Dur, G-Dur, a-Moll, F-Dur.

Four-Chord-Songs funktionieren übrigens auch in Moll. Dazu startest du einfach in der Mitte der Akkordfolge auf der VI. Stufe: VI – IV – I – V.

Notenbeispiel

I – V – VI – IV in C-Dur

←
→
♩= 60
Merke

Zum Nachhören — dieselben vier Stufen

Im Video erklingen an dieser Stelle Ausschnitte. Such sie dir zum Nachhören selbst:

The Beatles – Let It Be
John Denver – Country Roads
Elton John – Can You Feel the Love Tonight (Lion King)

Grössen wie die Beatles, John Denver und Elton John, alle haben sie dieses Akkordmuster verwendet! In Moll:

Bon Jovi – It’s My Life
Joan Osborne – One of Us

Suche im Web nach «Four Chord Songs» und du wirst überrascht sein, wieviele Songs genau so funktionieren. Mit der Übersicht der Stufen aller Dur-Tonarten im Skript findest du schnell die passenden Stufen deiner liebsten Songs heraus.

Quiz

Kurz nachgedacht

Welcher Dreiklangstyp steht in jeder Durtonart auf der VI. Stufe?

Richtig!

Auf der zweiten, dritten und sechsten Stufe steht immer ein Molldreiklang. Die VI. Stufe ist zugleich die parallele Molltonart.

Erklärung

Zeit für eine Zusammenfassung

So, das war jetzt eine ganze Menge Input zu den Stufen in Dur! Zeit für eine humorvolle, märchenhafte Zusammenfassung.

Zusammenfassung

Das hast du gelernt

1 Jede Durtonleiter besteht wie bei den sieben Zwergen aus einer Familie mit sieben Akkorden, den Stufendreiklängen, und jede Stufe besitzt ihren eigenen Charakter: Mal Dur, mal Moll, und die Siebte ist immer so ein bisschen «vermindert» drauf, der alte «Brummbär».
2 In Dur-Tonarten sind die Dur-Dreiklänge, also die Stufen I, IV und V, die «Big Bosse» und werden Hauptstufen genannt — die Tonika, die Chefin zuhause, die Subdominante, der neugierige Zwerg, und die Dominante, der Zwerg, der sich total von Schneewittchen, der Tonika, angezogen fühlt.
3 Die Nebenstufen II, III, VI und VII sind so etwas wie die coolen, aber etwas schüchternen Kollegen der Hauptstufen. Sie bringen neue Farben ins Spiel und vertreten die Chefs auch mal ganz gekonnt. Die VI. Stufe ist die melancholische Variante der Tonika, das Bindeglied zur parallelen Molltonart.
4 Ganz viele berühmte Popsongs kommen mit nur vier dieser Stufen aus — quasi das musikalische Äquivalent zu einem Baukasten mit nur vier verschiedenen Steinen, aus dem man aber unendlich viele tolle Sachen bauen kann.
5 Ich hoffe, ihr seht jetzt Akkordfolgen mit ganz neuen Augen — oder besser gesagt, Ohren! Das Verständnis der Stufen ist wirklich ein mächtiges Werkzeug, um Musik besser zu verstehen und vielleicht sogar eigene Songs zu schreiben. Bleibt harmonisch und bis zum nächsten Mal!
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Das kann ich danach

  1. Ich kann die Stufendreiklänge aller Durtonleitern notieren und mit römischen Ziffern bezeichnen.
  2. Ich kenne die Abfolge der Dreiklangstypen (Dur, Moll, vermindert) aller Stufen der Durtonleiter und die Funktionen der Stufen (Haupt- und Nebenstufen).
  3. Ich kann Akkordfolgen analysieren und die Stufen angeben (Akkordsymbole und Stufenanalyse).
  4. Ich kann die Dreiklänge von «Four Chord Songs» in C-Dur auf einem Instrument spielen.

Tippe die Ampel an: leer = noch nicht, halb = fast, voll = sicher.