R4 Rhythmussprache — Arbeitsheft
Der Inhalt dieser Lektion zum Selbermachen — mit Notenbildern zum Anhören und Ausprobieren.
Du kannst jederzeit vor- und zurückblättern. Alles, was du anklicken oder anhören kannst, ist als solches gekennzeichnet.
Worum es geht
Hast du schon einmal von Rhythmussprache gehört? Keine Sorge, falls nicht. Rhythmussprache ist wie eine Geheimsprache für Musizierende: Sie hilft dabei, komplizierte Rhythmen zu verstehen, zu spielen und zu singen.
Stell dir vor, du sollst einen Tanzschritt lernen. Die Rhythmussprache ist wie eine Lehrperson, die dich Schritt für Schritt durchführt.
Zwei Wege, ein Ziel
Es gibt verschiedene Arten von Rhythmussprachen mit unterschiedlichen Silben. Hier lernst du zwei Wege kennen:
1. Mit Silben – jeder Notenwert hat seine eigene Silbenfolge, zum Beispiel «ta» für die Viertelnote.
2. Mit Zählzeiten – du zählst mit Zahlen und Zwischenwörtern, zum Beispiel «1 und 2 und».
Es ist gut, wenn du beide kennst. Dann bist du flexibel und kannst jeweils die anwenden, die für dich besser passt.
Die Silben zu den Notenwerten
Tippe eine Zeile an: Der Wert läuft im Grundpuls, die Silbenteile leuchten der Reihe nach auf. Sprich mit.
Vier Viertel sind eine Ganze
Vier kleine Schritte legen dieselbe Strecke zurück wie ein grosser.
Der Grundrhythmus im Notenbild
Erst selbst überlegen
Sprich es zuerst selbst, dann löse auf.
Und die Pausen?
Pausen sind Momente der Stille in der Musik. Für eine Pause sagen wir einfach «s». So weisst du, dass du einen Moment innehalten musst – unabhängig davon, wie lang die Pause ist.
Rhythmen in drei Sprachen
Erst in Silben sprechen, dann in Zählzeiten — und wenn das sitzt, auf den Text.
Vom Rhythmus zum Text
Wenn du den Rhythmus in der Rhythmussprache gut beherrschst, kannst du die Takte danach auf den Text sprechen. Der Rhythmus bleibt derselbe – du ersetzt nur die Silben durch die Wörter.
Bei «Evening Rise» wird daraus «Eve-ning rise, spi-rit come, sun goes down when the day is done».
Bei «They Don't Care About Us» von Michael Jackson wird daraus «Skin head, dead head, ev'-ry-bo-dy gone bad».
Im Baustein oben kannst du zwischen den drei Ebenen umschalten und den Wechsel direkt vergleichen.
Die zweite Methode: Zählzeiten
Neben der Rhythmussprache mit Silben gibt es die Methode mit Zählzeiten.
Es gibt die Hauptzählzeiten – im 4/4-Takt sind das 1, 2, 3, 4 – und die Nebenzählzeiten «und». Die Hauptzählzeiten stehen für die Viertel, die Nebenzählzeiten für die Achtelnoten.
Kommen Sechzehntel dazu, heisst es: 1 – e – und – e – 2 – e – und – e und so weiter. Die Hauptzählzeiten sind immer noch die Viertel, die Nebenzählzeiten die Achtel.
Haupt- und Nebenzählzeiten
Die Zahlen sind immer die Viertel — egal, wie fein dazwischen unterteilt wird.
Zum Nachhören
Ein Beispiel für die Zählzeiten: Bei «Shalom Aleichem» heissen die ersten beiden Takte «1, 2 und, 3, 4» und dann «1 und, 2 und, 3 und, 4». Sobald du das sicher zählst, kannst du den Text darauf sprechen: «Sha-lom a lei-chem, ma-la-chei ha-sha-ret».
Übung: Welche Silbenfolge passt?
Sieh dir den Rhythmus an und überlege, wie er in Silben gesprochen wird.
Übung: Mitklopfen
Ein Takt Vorzähler, dann klopfst du mit. Die Leertaste geht auch.
Wie weit du damit kommst
Man muss sich etwas daran gewöhnen, und es braucht Übung. Aber mit der Zeit merkst du, wie die Sprache dabei hilft, Rhythmen zu verstehen und dann auf den Gesang oder das Instrument zu übertragen.
Und ganz wichtig: Je geübter du mit Rhythmen bist, desto weniger brauchst du die Rhythmussprache. Gerade dadurch, dass du sie anwendest, werden auch komplexere Rhythmen mit der Zeit selbstverständlich.
Kurz nachgedacht
Wie sprichst du vier Sechzehntelnoten in der Rhythmussprache?
Vier Sechzehntel heissen «ta‑ga‑te‑ge» – und alle vier passen in einen einzigen Viertelschlag.
Kurz nachgedacht
Wofür stehen die Nebenzählzeiten «und»?
Die Hauptzählzeiten 1, 2, 3, 4 stehen für die Viertel, die Nebenzählzeiten «und» für die Achtel. Kommen Sechzehntel dazu, ergänzt man «e».
Kurz nachgedacht
Wie sprichst du eine Pause?
Für jede Pause sagen wir «s» – unabhängig von ihrer Länge. So weiss man, dass genau hier innegehalten wird.
Das hast du gelernt
Das kann ich danach
- Ich kenne zwei Rhythmussprachen, spreche Rhythmen mit beiden Sprachen und überlege, welche Sprache für mich schneller zum Ziel führt.
- Ich kann beide Rhythmussprachen für Rhythmen mit und ohne Pausen bis Sechzehntel anwenden (Rhythmen beschriften).
- Ich kann notierte Rhythmen mit und ohne Pausen (bis Sechzehntel) in beiden Sprachen in einem regelmässigen Puls sprechen.
- Ich kann Rhythmen, welche in einer der Rhythmussprachen gesprochen werden, notieren.
Tippe die Ampel an: leer = noch nicht, halb = fast, voll = sicher.