Das Erklärvideo gehört zum Abo — hier findest du stattdessen
den vollständigen Inhalt als Text, mit allen Notenbildern
zum Anhören und Ausprobieren.
Nicht enthalten sind die Hörbeispiele und Songausschnitte aus dem Video. Für
einzelne Stellen ist die Begleitung durch eine Lehrperson deshalb hilfreich.
R7 Haltebogen und Punktierung — Arbeitsheft
Der Inhalt dieser Lektion zum Selbermachen — mit Notenbildern zum Anhören und Ausprobieren.
Du kannst jederzeit vor- und zurückblättern. Alles, was du anklicken oder anhören kannst, ist als solches gekennzeichnet.
Worum es geht
Hey Musikfreunde! Ist dir schon einmal ein Bogen zwischen zwei Noten begegnet? Oder ein kleiner Punkt hinter einer Note?
Das eine nennt sich Haltebogen, das andere Punktierung. Beide machen dasselbe: Sie verlängern einen Ton. Und genau damit beschäftigen wir uns heute.
Was der Haltebogen tut
Ein Haltebogen zeigt an, dass die Note länger gespielt oder gesungen werden soll. Er verbindet Noten gleicher Tonhöhe zu einem Ton.
Die angebundene Note wird nicht nochmals angespielt oder angesungen. Durch die Verbindung unterschiedlicher Notenwerte lassen sich auch komplizierte Tonlängen notieren, für die es kein einzelnes Zeichen gibt.
Der Haltebogen wird auch verwendet, um Noten über den Taktstrich hinweg zu verbinden.
So sehen die beiden Zeichen aus
Beide verlängern einen Ton — auf zwei verschiedene Weisen. Tippe an, um zu hören.
Der Haltebogen zum Hören
Vergleiche die beiden Knöpfe: Der Notentext ist derselbe, nur der Bogen macht den Unterschied.
Pausen werden nicht gebunden
Der Haltebogen verbindet nur Noten – Pausen hingegen werden nicht miteinander verbunden. Eine Pause braucht keinen Bogen: Stille lässt sich einfach nebeneinander schreiben.
Halbe Note plus Viertelnote
Der Haltebogen über den Taktstrich
Rhythmussprache bei Haltebögen
Bei komplexeren Rhythmen ist die Rhythmussprache besonders hilfreich. Bei Rhythmen mit Haltebogen werden die Silben von den Sechzehnteln abgeleitet – genau wie bei den Rhythmusbausteinen.
Bei den gebundenen Noten fällt der erste Buchstabe, der Konsonant, weg. Der Ton wird so über den Takt oder die Zählzeit hinweggezogen.
Es ist auch möglich, die angebundenen Silben gar nicht auszusprechen, weil die Note ohnehin nicht neu angespielt wird. Deshalb notiert man sie manchmal in Klammern. Nimm die Variante, die dir leichter fällt.
Silben über den Haltebogen hinweg
Der zweite Knopf zeigt, weshalb es an dieser Stelle ohne Haltebogen nicht geht: Ein Notenwert ist nur verwendbar, wenn er an der passenden Stelle im Takt beginnt.
Das Raster unten zeigt die acht Sechzehntel der beiden Pulsschläge. Die Silben werden von dort übernommen.
Haltebogen oder Bindebogen?
Jetzt kommt der wichtigste Unterschied dieses Moduls. Beide Zeichen sind Bögen und sehen gleich aus – sie bedeuten aber etwas völlig Verschiedenes.
Verbindet der Bogen Noten gleicher Tonhöhe, ist es ein Haltebogen: Halte den Ton so lange, wie beide Noten zusammen dauern würden.
Verbindet er Noten unterschiedlicher Tonhöhe, ist es ein Bindebogen oder Legatobogen: Diese Töne sollen gebunden, also weich und fliessend ineinander übergehend gespielt werden. Das nennt man «legato».
Der Haltebogen verlängert also einen einzelnen Ton, während der Bindebogen sagt, wie eine Reihe verschiedener Töne verbunden werden soll. Merke dir diesen Unterschied – er ist beim Notenlesen wirklich wichtig.
Die beiden Bögen im Vergleich
Gleiche Tonhöhe heisst halten. Verschiedene Tonhöhen heissen gebunden spielen.
Zum Nachhören
Eine berühmte Legato-Stelle findest du im 2. Satz der 9. Sinfonie «Aus der neuen Welt» von Antonín Dvořák. Achte darauf, wie die Töne ohne hörbaren Neuansatz ineinander übergehen.
Die Punktierung
Wenn du einen Marsch hörst oder eine Melodie, die vorwärts drängt, sind oft Punktierungen im Spiel. Sie verleihen der Musik einen energischen Rhythmus und eine majestätische Wirkung.
Die Regel ist einfach: Ein Punkt hinter einer Note oder Pause verlängert diese um die Hälfte ihres eigentlichen Werts.
Rechnen wir es durch: Eine Viertelnote dauert so lange wie zwei Achtelnoten. Die Hälfte der Viertelnote ist also eine Achtelnote. Bei der punktierten Viertelnote kommt diese Hälfte dazu – sie entspricht damit 2 + 1 = drei Achtelnoten.
Das funktioniert mit allen Notenwerten gleich. Eine punktierte Achtelnote dauert drei Sechzehntel, also eine Achtel plus eine Sechzehntel.
Punktierung ausrechnen
Ein Punkt hinter einer Note verlängert sie um die Hälfte ihres eigenen Werts.
Zum Nachhören
Hör dir den «Grand March» von Giuseppe Verdi aus der Oper Aida an. Die Punktierungen geben dem Stück seinen vorwärtsdrängenden, feierlichen Charakter.
Punktierung und Haltebogen sind austauschbar
Auch für punktierte Noten kannst du die Rhythmussprache anwenden, und auch hier übernimmst du die Silben von der Sechzehntelstruktur.
Dabei hilft es zu wissen, dass du punktierte Noten auch mit Haltebögen notieren kannst – etwa die punktierte Viertelnote als Viertel plus angebundene Achtel. Die Silben bleiben in beiden Fassungen gleich.
Der Rhythmusbaustein mit der punktierten Achtelnote ist übrigens eine der häufigsten Punktierungen überhaupt.
Punktierte Viertel und punktierte Achtel
Punktierung oder Haltebogen — wann was?
Mit Punktierung
Mit Haltebogen
Beide Schreibweisen klingen gleich. Entscheidend ist, welche sich besser lesen lässt.
Zwei Gründe für den Haltebogen
Punktierte Noten sind meist übersichtlicher, weil sie aus weniger Zeichen bestehen.
Aber: Folgen mehrere punktierte Werte direkt aufeinander, verschleiert die Punktierung den Grundpuls. Mit Haltebogen bleibt er sichtbar, und man findet sich im Takt besser zurecht.
Und vor allem: Die Punktierung wirkt nur innerhalb eines Takts. Über den Taktstrich hinweg gibt es keine Wahl – das kann nur der Haltebogen.
Das Wichtigste an der Notation ist immer die Übersichtlichkeit und Lesbarkeit.
Zum Nachhören
In «Come Let Us Sing» kommen neben Haltebögen auch punktierte Achtelnoten vor.
Bei «Danny Boy» findest du punktierte Viertelnoten, die jeweils drei Achtelnoten entsprechen.
Kurz nachgedacht
Wie lange dauert eine punktierte Viertelnote?
Der Punkt verlängert um die Hälfte des eigenen Werts. Eine Viertel entspricht zwei Achteln, die Hälfte davon ist eine Achtel – zusammen also drei Achtelnoten.
Kurz nachgedacht
Zwei Noten unterschiedlicher Tonhöhe sind mit einem Bogen verbunden. Was bedeutet das?
Bei <em>unterschiedlicher</em> Tonhöhe ist es ein Bindebogen: legato, also weich ineinander übergehend. Nur bei <em>gleicher</em> Tonhöhe ist es ein Haltebogen, der den Klang verlängert.
Kurz nachgedacht
Du willst einen Ton über den Taktstrich hinweg halten. Was brauchst du?
Die Punktierung wirkt nur innerhalb eines Takts. Über die Taktgrenze kann nur der Haltebogen einen Ton verlängern.
Das hast du gelernt
Lieber im Video?
Mit einem Abo bekommst du das Erklärvideo zu dieser Lektion — dazu alle Kurse, Übungen und Lernkontrollen.
Abos ansehenDu hast bereits ein Abo? Anmelden — dann startet das Video hier direkt.
Das kann ich danach
- Ich erkenne Haltebogen in einer Notation und kann deren Funktion erklären und an einem Instrument anwenden.
- Ich kenne die Unterschiede zwischen Halte- und Bindebogen, kenne den Begriff «legato» und weiss wie der Bindebogen an verschiedenen Instrumenten und beim Singen angewandt wird.
- An meinem Instrument kann ich den Bindebogen anwenden.
- Ich kenne die Funktion von Punktierung und kann diese Grafisch darstellen und erklären.
- Ich kann Notationen mit Punktierung in eine gleichklingende Notation mit Haltebogen umschreiben und umgekehrt.
- Ich erkenne, ob in einer Situation die Notation besser mit Haltebogen oder Punktierung dargestellt wird.
Tippe die Ampel an: leer = noch nicht, halb = fast, voll = sicher.