R5 Tempo — Arbeitsheft
Der Inhalt dieser Lektion zum Selbermachen — mit Notenbildern zum Anhören und Ausprobieren.
Du kannst jederzeit vor- und zurückblättern. Alles, was du anklicken oder anhören kannst, ist als solches gekennzeichnet.
Worum es geht
In der Musik spielt nicht nur die Tonhöhe und der Rhythmus eine Rolle, sondern auch das Tempo eines Stücks. Es beeinflusst massgeblich die Stimmung und die Wirkung eines Songs.
Ein passendes Tempo zu finden ist deshalb von grosser Bedeutung.
Was das Tempo festlegt
Das Tempo bestimmt die Geschwindigkeit, mit der ein Stück gespielt wird. Es gibt den Grundpuls vor und beeinflusst damit alle Notenwerte darin.
Angegeben wird es in bpm – die Abkürzung für «beats per minute», also Schläge pro Minute.
Wie das Tempo notiert wird
Das Tempo legt die Komponistin oder der Komponist fest, und je nach Stilrichtung wird es unterschiedlich angegeben.
In der klassischen Musik sind italienische Ausdrücke wie Andante oder Allegro üblich. In der populären Musik findet man eher englische Bezeichnungen wie Slow oder Fast.
Manchmal steht auch einfach eine Zahl, zum Beispiel «Viertel = 80». Das kommt in beiden Stilrichtungen vor und gibt eine klare Vorstellung des gewünschten Tempos. Steht dagegen ein Begriff, hat die Musikerin oder der Musiker mehr Freiheit, das Tempo innerhalb dieses Bereichs zu wählen.
Wo die Tempoangabe steht
Die Tempoangabe steht links oben über der Notenzeile — vor allem anderen.
Die Tempobegriffe und ihre Bereiche
Ein Begriff steckt einen Bereich ab — eine Zahl legt das Tempo fest. Tippe eine Zeile an: Du hörst zuerst die untere, dann die obere Grenze.
Das Metronom
Mit einem Metronom kannst du das Tempo, also den Grundpuls, hörbar machen. Das Metronom ist ein genauer Zeitmesser, auf dem du das Tempo einstellst und abspielen lässt.
Übrigens: Wenn du ein Stück übst, nimm einmal das Metronom zu Hilfe. So bleibst du durchgehend im gleichen Tempo – man wird nämlich fast immer schneller, ohne es zu merken.
Metronom und Tempo-Messer
Tempo ohne Hilfsmittel herausfinden
Beginne damit, den Puls zu fühlen – zum Beispiel, indem du mit der Hand auf dein Knie klopfst. Dann zähle eine Minute lang mit, und du hast die Schläge pro Minute.
Das geht auch schneller: Zähle 15 Sekunden und rechne das Ergebnis mal 4. Oder zähle 10 Sekunden und rechne mal 6.
Übung: Tempo eines Stücks messen
Erst fühlen, dann zählen, dann hochrechnen — genau in dieser Reihenfolge.
Übung: Hochrechnen
Zählzeit mal Faktor ergibt die Schläge pro Minute. Der Faktor hängt davon ab, wie lange du gezählt hast.
Höhere Zahl, schnelleres Tempo
Je höher die Zahl, desto schneller das Tempo.
Je niedriger die Zahl, desto langsamer das Tempo.
Tempi, die du schon kennst
Richtwerte, keine festen Grössen. Wer den Sekundenzeiger als 60 im Ohr hat, kann alles andere daran messen.
Was das Tempo mit der Stimmung macht
Das Tempo eines Stücks kann seinen Charakter stark beeinflussen.
Schnelle Tempi können Freude und Aufregung vermitteln. Musikstücke mit langsamem Tempo können dagegen Ruhe oder Traurigkeit ausdrücken.
Dieselbe Melodie, drei Tempi
Tippe eine Karte an und achte darauf, was die Musik mit dir macht.
Tempoänderungen im Stück
Das Tempo kann sich auch innerhalb eines Stücks verändern. Solche Änderungen werden wiederum mit italienischen Begriffen angegeben:
Accelerando – es wird schneller.
Ritardando – es wird langsamer.
Rubato – die Musikerin oder der Musiker darf das Tempo an dieser Stelle selbst bestimmen.
Häufig stehen nur die Abkürzungen: accel., rit. und rub.
Schneller, langsamer, frei
In Orchester und Chor zeigt die Dirigentin oder der Dirigent die Tempoänderung mit Taktstock oder Hand an.
Kurz nachgedacht
Was bedeutet die Angabe «Viertel = 60»?
Die Zahl gibt die Schläge pro Minute an – hier 60 Viertelschläge, also einer pro Sekunde. Das ist ein eher langsames Tempo.
Kurz nachgedacht
Du hast 15 Sekunden lang 28 Schläge gezählt. Wie schnell ist das Stück?
15 Sekunden sind ein Viertel einer Minute, also 28 mal 4 = 112 bpm. Das liegt im Bereich von Allegro.
Kurz nachgedacht
Was heisst ritardando?
Ritardando – abgekürzt rit. – heisst, dass es langsamer wird. Bei accelerando wird es schneller, bei rubato ist das Tempo an dieser Stelle frei.
Das hast du gelernt
Das kann ich danach
- Ich kann Tempobezeichnungen in klassischer und populärer Musik erkennen und beachte sie beim musizieren und singen.
- Ich kenne die Tempoangabe «bpm» (beats per minute) und kann den Grundpuls im vorgegebenen Tempo mithilfe einer Uhr mit Sekundenzähler ungefähr klatschen.
- Ich kann das Tempo von Hörbeispielen mit Hilfe einer Uhr mit Sekundenzeiger innerhalb von ca. 30 Sekunden auf +/- 5 bpm schätzen.
- Ich kenne die Bedeutung der Tempoänderungen (accellerando, ritardando, rubato), erkenne die Spielanweisungen (acc., rit., rub) in den Noten und setze sie beim musizieren um.
Tippe die Ampel an: leer = noch nicht, halb = fast, voll = sicher.