M1 - Durtonleiter - Interaktive Übung
Aufbau, Ganztonschritte, Halbtonschritte, Vorzeichen
- Die Struktur einer Dur-Tonleiter verstehen
- Ganz- und Halbtonschritte in Dur-Tonleitern erkennen
- Dur-Tonleitern in verschiedenen Tonarten bilden
- Versetzungszeichen in Dur-Tonleitern anwenden
Was ist eine Tonleiter?
Die meisten Songs bestehen aus nur sieben verschiedenen Tönen. Diese sieben Töne bilden gemeinsam eine Tonleiter. In der westlichen Musik begegnen uns vor allem zwei Tonleitertypen: Dur und Moll. In diesem Kapitel schauen wir uns die Dur-Tonleiter genauer an.

Der Aufbau einer Tonleiter
Tonleitern bestehen aus acht aufeinanderfolgenden Tönen. Man kann sie sich wie eine Leiter vorstellen, auf der die Töne Schritt für Schritt nach oben steigen – und genau so klingen sie auch. Jede Tonleiter beginnt mit dem Grundton. Von dort aus folgen sieben weitere Töne, die entweder im Abstand eines Ganztons oder eines Halbtons zueinander stehen. Der achte Ton ist wieder der Grundton – allerdings eine Oktave höher. Obwohl wir also acht Töne hören, besteht eine Tonleiter eigentlich nur aus sieben unterschiedlichen Tönen, da sich der erste Ton am Ende wiederholt.
Ganz- und Halbtonschritte verstehen
Die Töne einer Tonleiter liegen nicht immer im gleichen Abstand zueinander. Diese Abstände messen wir in Ganztonschritten und Halbtonschritten. Um diese Tonschritte besser zu verstehen, hilft uns ein Blick auf die Klaviatur mit ihren weissen und schwarzen Tasten. Ein Halbtonschritt ist der kleinste mögliche Abstand zwischen zwei benachbarten Tasten. Auf dem Klavier entspricht zum Beispiel der Weg von C zu Cis oder von E zu F einem Halbtonschritt. Ein Ganztonschritt besteht aus zwei Halbtonschritten. Gehst du vom C zum Cis und von dort weiter zum D, hast du insgesamt einen Ganztonschritt zurückgelegt. Dasselbe gilt für den Weg von F über Fis bis zum G – auch hier handelt es sich um einen Ganztonschritt.
Merke
Liegen die Töne direkt nebeneinander handelt es sich um einen Halbtonschritt.

Merke
Liegen die Töne zwei Halbtonschritte auseinander handelt es sich um einen Ganztonschritt

Halbtonschritt erkennen
Ganztonschritte erkennen
Das Muster der Dur-Tonleiter
Die Dur-Tonleiter klingt charakteristisch hell und oft fröhlich. Mit dem richtigen „Rezept“ lässt sie sich ganz einfach selbst bilden. Jede Dur-Tonleiter folgt nämlich einem festen Muster aus Ganzton- und Halbtonschritten. Dieses Muster ist der Schlüssel zum Verständnis aller Dur-Tonleitern. Es lautet: Ganzton – Ganzton – Halbton – Ganzton – Ganzton – Ganzton – Halbton. Merkst du dir dieses Tonschrittmuster, kannst du von jedem beliebigen Grundton aus eine Dur-Tonleiter bilden.
Merke
Eine Dur-Tonleiter besteht aus einer festen Abfolge von Ganz- und Halbtonschritten.

Die Tetrachorde: Zwei Hälften einer Tonleiter
Die acht Töne einer Dur-Tonleiter lassen sich in zwei Gruppen zu je vier Tönen unterteilen. Diese Vierergruppen nennt man Tetrachorde. Beide Tetrachorde folgen derselben Abfolge von Ganz- und Halbtonschritten. Genau dieses wiederkehrende Muster macht es leichter, sich den Aufbau der Dur-Tonleiter einzuprägen und sicher anzuwenden.
Dur-Tonleiter Muster erkennen
Die C-Dur-Tonleiter: Unser Startpunkt
Die C-Dur-Tonleiter ist die einfachste aller Dur-Tonleitern. Sie besteht ausschliesslich aus den weissen Tasten des Klaviers. Wenn du von C bis zum nächsten C spielst, gehst du einfach Schritt für Schritt über alle weissen Tasten. Dabei begegnet dir genau das Muster, das wir bereits kennengelernt haben: Der erste Halbtonschritt liegt zwischen E und F, der zweite zwischen H und C. So kannst du in der C-Dur-Tonleiter das typische Dur-Muster besonders gut erkennen und nachvollziehen.
Schreibe die C-Dur Tonleiter
Tonleitern mit Versetzungszeichen
C-Dur ist einfach. Doch sobald wir eine Dur-Tonleiter von einem anderen Grundton aus bilden und dabei das bekannte Dur-Muster aus Ganz- und Halbtonschritten anwenden, stossen wir auf schwarze Tasten. Das bedeutet: Manche Töne müssen um einen Halbton erhöht oder erniedrigt werden, damit das Muster korrekt bleibt. Für diese Veränderungen verwenden wir Vorzeichen. Ein Kreuz (♯) erhöht einen Ton um einen Halbton – aus C wird zum Beispiel Cis. Ein b (♭) erniedrigt einen Ton um einen Halbton – aus D wird beispielsweise Des. So sorgen Kreuze und b-Vorzeichen dafür, dass jede Dur-Tonleiter genau dem richtigen Tonschrittmuster folgt.
D-Dur-Tonleiter: Wenn Kreuze ins Spiel kommen
Die D-Dur-Tonleiter beginnt mit dem Grundton D. Mit dem Dur-Muster im Kopf gehen wir schrittweise voran. Vom D aus gehen wir zuerst einen Ganzton weiter zu E. Ein weiterer Ganzton führt uns zu Fis – hier muss das F mit einem Kreuz erhöht werden, damit der Abstand stimmt. Danach folgt der Halbtonschritt zu G. Nun kommen drei Ganztonschritte: von G zu A, von A zu H und von H zu Cis. Auch hier wird das C erhöht, damit der Ganztonschritt korrekt ist. Zum Schluss führt der Halbtonschritt zurück zum D – eine Oktave höher. So entsteht die D-Dur-Tonleiter mit zwei Kreuzen: Fis und Cis.
Schreibe die D-Dur Tonleiter
Es-Dur-Tonleiter: Wenn B's ins Spiel kommen
Nicht alle Dur-Tonleitern verwenden Kreuze – manche benötigen b-Vorzeichen. Ein Beispiel dafür ist die Es-Dur-Tonleiter. Der Grundton ist Es – also ein E, das mit einem b um einen Halbton vertieft wurde. Vom Es aus gehen wir einen Ganzton weiter zu F. Ein weiterer Ganzton führt uns zu G. Danach folgt der Halbtonschritt zu As. Damit dieser Abstand stimmt, wird das A mit einem b vertieft. Nun folgen drei Ganztonschritte: von As zu B (ein mit b vertieftes H), von B zu C und von C zu D. Zum Schluss führt der Halbtonschritt zurück zum Es – eine Oktave höher. Die Es-Dur-Tonleiter enthält also drei b-Vorzeichen: B, Es und As.
Schreibe die Es-Dur Tonleiter
Achtung
In einer Durtonleiter werden entweder ausschliesslich Kreuze oder ausschliesslich b-Vorzeichen verwendet. Eine Mischung beider Vorzeichen kommt nicht vor.
Tonarten
Jetzt wissen wir: In einem Lied werden häufig nur die sieben Töne einer bestimmten Tonleiter verwendet. Ist ein Song zum Beispiel in C-Dur geschrieben, verwendet er die sieben Töne der C-Dur-Tonleiter. Das nennt man die Tonart. Ein Musikstück steht also in einer bestimmten Tonart – hier zum Beispiel in C-Dur. Zu jeder Tonleiter gehört damit auch eine entsprechende Tonart.
Die Tonart eines Songs verändern
Viele Melodien basieren auf Durtonleitern. Eine Melodie kann man auch in einer anderen Tonart spielen, als der ursprünglich vorgegebenen. Dabei bleibt ihr Charakter erhalten – nur die Tonhöhe verändert sich. Dieses Verschieben in eine andere Tonart nennt man Transponieren. Dabei verwendet die Melodie die Töne einer neuen Tonleiter, zum Beispiel statt C-Dur nun F-Dur. So lässt sich ein Lied an unterschiedliche Stimmen oder Instrumente anpassen.