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Lernabschnitt 4 von 8
In Bearbeitung

M4 Intervalle hören

Textfassung dieser Lektion

Das Erklärvideo gehört zum Abo — hier findest du stattdessen den vollständigen Inhalt als Text, mit allen Notenbildern zum Anhören und Ausprobieren.

Nicht enthalten sind die Hörbeispiele und Songausschnitte aus dem Video. Für einzelne Stellen ist die Begleitung durch eine Lehrperson deshalb hilfreich.

M4 Intervalle hören — Arbeitsheft — MUSIKTHEORIE, Grundlagen
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Arbeitsheft

M4 Intervalle hören — Arbeitsheft

Der Inhalt dieser Lektion zum Selbermachen — mit Notenbildern zum Anhören und Ausprobieren.

~5 Min. 15 Karten 11 zum Ausprobieren Grundlagen
Audio:

Du kannst jederzeit vor- und zurückblättern. Alles, was du anklicken oder anhören kannst, ist als solches gekennzeichnet.

Erklärung

Worum es geht

Um Melodien zu komponieren, braucht es Intervalle. Dabei bist du schon richtig gut mit dabei, wenn du die Intervalle für deine Melodie aufschreiben kannst. Noch besser ist es aber, wenn du die Intervalle durch das Hören unterscheiden kannst.

Und genau darum geht es in diesem Video. Hallo und herzlich willkommen bei Meldo.

Zum Ausprobieren

Warum Hören so nützlich ist

Eine kleine Repetition vorweg: Der Abstand zwischen zwei Tönen wird Intervall genannt. Und genau dieser Abstand ist massgeblich dafür verantwortlich, wie harmonisch – also konsonant oder dissonant – Akkorde oder Melodien miteinander klingen.

Beim Songwriting oder beim Spielen in einer Band ist es super hilfreich, die Intervalle auch durch das Hören bestimmen zu können. So wirst du in der nächsten Bandprobe ganz bestimmt die richtigen Töne erkennen können.

Hör beide Fassungen und tippe an, welcher Ton sich verändert hat. Die Noten zeigen die erste Fassung.

Zum Ausprobieren

Prime und Oktave im Notensystem

Wir beginnen mit den beiden einfachsten Intervallen: der reinen Prime und der reinen Oktave. So sehen die beiden auf dem Notenblatt aus.

Wenn du zweimal genau den gleichen Ton erkennst, hast du eine Prime gehört. Wenn der Abstand der beiden Töne sehr gross ist, du aber beinahe das Gefühl hast, dass derselbe Ton gespielt wird, nur eben eine Oktave höher, hörst du eine Oktave.

Links die Prime — zweimal derselbe Ton. Rechts die Oktave.

Zum Ausprobieren

Übung 1 — Prime oder Oktave?

Das probieren wir gleich an zwei Beispielen aus. Entscheide nun, ob du genau den gleichen Ton (also eine Prime) oder beinahe den gleichen Ton (Oktave) hörst. Jede Antwort nennt dir eine Merkhilfe dazu.
Drücke «Intervall anhören» und wähle dann aus.

Sing die beiden Töne innerlich nach — oder stell dir vor, du pfeifst sie. Dann fällt die Zuordnung leichter.

Zum Ausprobieren

Amazing Grace — die reine Quarte

Nun wird es ein bisschen anspruchsvoller. Da Melodien aus Intervallen bestehen, kann man den Anfang bekannter Melodien als gutes Hilfsmittel zur Intervallbestimmung verwenden.

Schau dir die Melodie von «Amazing Grace» genauer an. Der Anfang der Melodie, genau gesagt die ersten beiden Töne, stehen im Abstand einer reinen Quarte zueinander: 1, 2, 3, 4.

Das Prinzip, Liedanfänge als Hilfe zur Intervallbestimmung zu nehmen, ermöglicht es dir, viele Intervalle nur mit deinem Gehör zu bestimmen.

Die ersten beiden Töne von «Amazing Grace» — eine reine Quarte.

Zum Ausprobieren

Happy Birthday — die grosse Sekunde

Das nächstgrössere Intervall zur Prime ist die Sekunde. Du weisst, dass es kleine und grosse Sekunden gibt. Die beiden Intervalle heissen nicht nur anders, sie klingen dementsprechend auch anders.

Ein superbekanntes Lied ist «Happy Birthday». Darin erklingt zugleich am Anfang eine grosse Sekunde. Höre genau hin. Den Klang einer grossen Sekunde findest du auch im bekannten Schweizer Volkslied «Der Mond ist aufgegangen».

Die ersten beiden Töne von «Happy Birthday» — eine grosse Sekunde.

Zum Ausprobieren

Der Mond ist aufgegangen — ebenfalls eine grosse Sekunde

Den Klang einer grossen Sekunde findest du auch im bekannten Schweizer Volkslied «Der Mond ist aufgegangen».

Dieselbe Sekunde, anderer Ausgangston — der Klang bleibt derselbe.

Zum Ausprobieren

Die kleine Sekunde

Neben der grossen gibt es auch die kleine Sekunde. Sie umfasst nur einen Halbtonschritt – auf der Klaviatur die beiden Tasten e und f, zwischen denen keine schwarze liegt.

Nur ein Halbtonschritt — das engste Intervall. Es klingt spannungsvoll.

Zum Ausprobieren

Übung 2 — Sekunde, Quarte oder Oktave?

Jetzt kommen die eben vorgestellten Intervalle dazu. Denk an die Liedanfänge: «Happy Birthday» für die grosse Sekunde, «Amazing Grace» für die reine Quarte.
Drücke «Intervall anhören» und wähle dann aus.

Sing die beiden Töne innerlich nach — oder stell dir vor, du pfeifst sie. Dann fällt die Zuordnung leichter.

Merke

Liedanfänge als Merkhilfe

Nachfolgend hörst du die gängigsten Intervalle. Wir beschränken uns auf die reine Prime, kleine und grosse Sekunde, kleine und grosse Terz, reine Quarte und reine Quinte und die reine Oktave.

Versuche dir das Lied mit dem dazugehörigen Intervall zu merken. Falls du das Lied nicht kennst, findest du bestimmt im Internet ein Lied, welches zu deinem Intervall gehört. Hier erhältst du eine erste Auswahl an möglichen Liedanfängen:

Reine Prime – zweimal derselbe Ton
Grosse Sekunde – Happy Birthday
Grosse Sekunde – Der Mond ist aufgegangen
Reine Quarte – Amazing Grace
Reine Oktave – derselbe Ton, eine Oktave höher

Tipp

Innerlich nachsingen

Wenn du zwei hintereinander gespielte Töne hörst, versuche zuerst die Töne «innerlich» nachzusingen. Du kannst dir den Tonabstand somit besser vorstellen und du bekommst ein Gefühl für die beiden Tonhöhen. Wenn du nicht gerne singst, kannst du dir auch vorstellen, dass du die Töne pfeifst.

Nun versuche zu entscheiden, ob du den Anfang von «Happy Birthday» oder «Der Mond ist aufgegangen» hörst. So funktioniert das Prinzip der Intervall-Erkennung mit Liedanfängen. Du wirst sehen, dass du Intervalle mit ein wenig Übung immer schneller hören und bestimmen kannst.

Zum Ausprobieren

Die Terzen und die Quinte

Es fehlen noch die beiden Terzen und die Quinte. Die grosse Terz klingt hell und offen, die kleine weicher und etwas wehmütig. Die Quinte ist sehr rein – ähnlich offen wie die Quarte, nur weiter.

Grosse Terz, kleine Terz und reine Quinte — jeweils vom c aus.

Zum Ausprobieren

Alle acht Intervalle zum Vergleich

Wir beschränken uns auf die reine Prime, kleine und grosse Sekunde, kleine und grosse Terz, reine Quarte und reine Quinte und die reine Oktave. Hier kannst du jedes nochmals in Ruhe anhören – zusammen oder nacheinander.

Alle acht vom Ton c aus: reine Prime, kleine und grosse Sekunde, kleine und grosse Terz, reine Quarte, reine Quinte, reine Oktave. Türkis: die reinen Intervalle.

Zum Ausprobieren

Übung 3 — alle Intervalle gemischt

Jetzt sind alle acht Intervalle dabei. Nimm dir Zeit, sing innerlich mit – und nutze die Liedanfänge als Anker.
Drücke «Intervall anhören» und wähle dann aus.

Sing die beiden Töne innerlich nach — oder stell dir vor, du pfeifst sie. Dann fällt die Zuordnung leichter.

Zusammenfassung

Das hast du gelernt

1 Der Abstand zwischen zwei Tönen bestimmt, wie konsonant oder dissonant Akkorde und Melodien klingen.
2 Die Prime erkennst du daran, dass zweimal genau derselbe Ton erklingt. Bei der Oktave hast du beinahe das Gefühl, es sei derselbe Ton — nur eine Oktave höher.
3 Liedanfänge sind ein gutes Hilfsmittel: «Amazing Grace» beginnt mit einer reinen Quarte, «Happy Birthday» mit einer grossen Sekunde.
4 Sing die Töne innerlich nach oder stell dir vor, du pfeifst sie — so bekommst du ein Gefühl für den Abstand.
5 Mit ein wenig Übung wirst du Intervalle immer schneller hören und bestimmen können.
6 Intervalle hören zu können braucht viel Übung und dementsprechend auch viel Geduld. Lass dir also genügend Zeit und versuche immer wieder mal, einen Tonabstand mithilfe deines Gehörs zu bestimmen — so wirst du bald super schnell Fortschritte machen. Bis bald wieder bei Meldo.
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Das kann ich danach

  1. Kenne zu den reinen Intervallen sowie den Sekunden und Terzen (r1, k2, g2, k3, g3, r4, r5, r8) je einen Liedanfang und kann diese Liedanfänge singen.
  2. Habe persönliche Erkennungshilfen (Liedanfänge,...) entwickelt, um die reinen Intervalle sowie die Sekunden und Terzen (r1, k2, g2, k3, g3, r4, r5, r8) nach zweimaligem Hören zu erkennen.
  3. Kann die reinen Intervalle sowie die Sekunden und Terzen (r1, k2, g2, k3, g3, r4, r5, r8) hörend in Kategorien wie Dissonanz/Konsonanz (sehr dissonant, dissonant, konsonant und sehr konsonant=rein) einordnen, um sie besser erkennen zu können.

Tippe die Ampel an: leer = noch nicht, halb = fast, voll = sicher.